Der Jahreslauf des Winzers

 

 

Rebschnitt 04-10 kompDer Rebschnitt:

 

Beginnt im zeitigen Frühjahr, da es sich bei der Rebe um ein Lianengewächs handelt muss diese jedes Jahr geschnitten und in Form gebracht werden. Da der Höchstertrag in Franken auf 90 Hektoliter pro Hektar festgelegt, werden pro Rebstock 6 - 8 Augen / qm angeschnitten, die bedeutet auch die erste Festlegung eines Qualitätsmerkmales.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Anbinden:

 

Im Februar / März vor Beginn des Saftflusses, als Pendelbogen, ist deswegen notwendig, damit die schönsten Triebe in der Nähe des Rebkopfes treiben um den Ertrag für das nächste Jahr zu sichern und zu verhindern dass der Rebstock nicht durch ungezügelten Wuchs in wenigen Jahren verwildert und verbraucht ist. Nach neuesten Erkenntnissen werden die Reben als Flachbogen angebunden um eine gleichmäßige Laubwand zu erhalten.

 

Das Spritzen:

 

Da es sich bei unseren Weinbergen um eine Monokultur handelt, gibt es zu wenig natürliche Abwehrstoffe die das Ökosystem in den Weinbergen erhalten können.        

  • Spritzung als Winterspritzung gegen Milben, Schwefel, Rapsöl,

  • Spritzung unbedingt nach Blüte

  • weitere Spritzung nach Bedarf Ermittlung über Schadstellen und Feuchte

  • vor Traubenschluss

  • Abschlussspritzung

     

Das Düngen:

 

Die Devise: „Viel hilft viel“ gilt hier nicht. 
Nach Bedarf und vorliegenden Bodenuntersuchungen wird im Weinberg gedüngt.
Eine Überdüngung der Reben verfälscht unter Umständen den Charakter des Weines, das Rebholz wird durch Überdüngung zu stark und ist damit frostgefährdet, durch zu spätes Ausreifen des Holzes. Es muss auch nicht immer Kunstdünger sein, durch abmulchen der Einsaat (Gründung) wird die Bodenstruktur des Weinberges verbessert und eine Humusbildung gefördert.

 

Die Blattarbeit:

 

Ausdünnen und alte Blätter entfernen, da der Zucker nicht durch Sonneneinstrahlung direkt in die Traube, sondern durch Fotosynthese über das frische grüne Blatt in die Traube gebracht wird. Durch das entfernen der alten Blätter in der Traubenzone wird der Traubenstock gut durchlüftet und somit bei Feuchtigkeit das Faulen der Trauben vermindert.

 

Die Lese:

 

 

Wurde in früheren Jahren durch einen bestimmten Zeitpunkt der Regierung festgelegt, heute entscheidet der Winzer nach Reife, Sorten und witterungsbedingt, den  Lesezeitpunkt selbst, denn nicht nur allein der Zuckergehalt (Öchslegrade), sondern auch der Säuregehalt der Trauben sind Voraussetzung für einen fruchtigen und gehaltvollen Wein. In unseren Lagen werden nur vereinzelt in den Flachlagen Vollerntemaschinen eingesetzt, denn man baut noch auf Nachbarschaftshilfe, wo gerne jeder mit zugreift.

 

Arbeitsaufwand: 

 

In den Steillagen sind 1000-1300 Arbeitsstunden/ha, aufzuwenden, da in unseren Terassenlagen, die unter Denkmalschutz stehen nur in mühesamer Handarbeit zu bewirtschaften sind und ein maschineller Einsatz nur bedingt möglich ist. In den Flachlagen  werden ca. 400 - 600 Stunden/ha benötigt.

 

Das Abfüllen:

 

Ist für jeden Winzer nach einem arbeitsreichen Jahr der Lohn der Arbeit.

Um den Wein steril in Flaschen abfüllen zu können ist vom Winzer einiges verlangt. Neben hohem technischem Aufwand entstehen zudem dem Winzer hohe Kosten für Flaschen , Kork und Etiketten. In vielen Winzerbetrieben werden heute die Flaschen nicht mehr mit Kork sondern mit Schraubverschlüssen versehen.